Alpina-Finanz und der Versuch der Abzocke mit Kreditvermittlung
Zugegeben, ich bin kein Fan dieses "Unterschichtenfernsehens", das allein davon lebt, anderen Menschen permanent über die Schultern direkt ins Schlafzimmer zu gaffen. Reality TV, wie es früher hieß und heute gern als Dokusoap bezeichnet wird, ist einer der Gründe, warum ein Großteil der deutschen Jugend auf dem geistigen Niveau von Dreijährigen stehengeblieben ist. Da präsentieren sich intelligenzresistente Mädchen als die kommenden Stars der Hartz-IV-Szene, beschimpfen sich Familien zwar nur gespielt, aber fast fernsehtauglich oder halbnackte Hintern teilen sich den Bildschirm mit Köpfen, die einen kaum messbaren IQ vorweisen. Oft gehört beides auch noch zu nur einem einzigen Körper.
Da saß ich heute bei einer Freundin zu einer Tasse Kaffee und nebenbei lief - ohne Beachtung - der Fernseher. Die Werbung begann und, man kennt das ja, der Ton wird lauter, also schaut man unweigerlich einmal hin. Ehrlich? Einige Werbespots sind weitaus besser gemacht, als die Sendungen, die sie unterbrechen. Heute jedenfalls folgte auf die unterhaltsame Werbung eine Folge der Pro7-Spannersendung "We are Family". Thema: Die Gesangs- und Tanzgruppe US5 suchen ein neues Mitglied. Als Band kann man die Jungs schlecht bezeichnen, spielt doch scheinbar niemand ein Instrument.
Kurzer Rückblick und ich ahnte es schon. Aus zahlreichen Bewerbern werden die 10 besten zum Recall ausgewählt. Die Freude ist groß und plötzlich taucht ein Kandidat auf, der gar nicht an der Tortour der Bewerbung (die Pro7 wohl ausführlich gezeigt hat) teilgenommen hat. Woher kam der denn auf einmal? Wie dem auch sei. Erste ZWeifel an der Glaubwürdigkeit (wirklich die ersten?) kam deutlich auf und so schafft es dieser Jesus ähhh Jonas, der aus heiterem Himmel erschien, auch unter die ersten Drei. Heute also das Finale. Und wer siegt? Dieser ominöse Jason.
Kein Schwein hört sich heute noch das an, was US5 als Musik bezeichnen. Selbst die Jungs haben die Faxen davon dicke und verlassen in regelmäßigen Abständen die Gesangsrunde. Also musste mal wieder ein neues Mitglied her. Das stand aber wohl schon fest, bevor die deutschen Bewerber überhaupt das erste Mal zum Vorsingen antanzten. Immerhin haben es die Verantwortlichen von US5 geschafft, die Truppe mal wieder ausführlich in den Medien zu präsentieren. Auch wenn man dabei arglose deutsche Jugendliche als Statisten verarscht. Scheiß drauf. Business is usual.
"Fans" von US5 sollten, wenn sie auch nur ansatzweise über so etwas wie Schamgefühl verfügen, erkennen, dass die Macher von US5 einen Scheiß auf die Gefühle ihrer deutschen Fans geben und talentierte Nachwuchskünstler aus reinen Marketingzwecken in aller Öffentlichkeit verarschen.